Einleitung

Diese Broschüre soll über rechte Umtriebe in Norddeutschland und zum Teil in Ostdeutschland aufklären. Dabei werden Aktivitäten sowie einzelne Galionsfiguren vorgestellt, um einen Überblick ihrer Strukturen zu ermöglichen. Wir erheben keinen Anspruch darauf, dass dieser Einblick abschließend oder vollzählig ist. Uns ist klar, dass Antifaschismus nicht damit endet, Informationen über den Gegner zu sammeln. Wir wollen mit dieser Broschüre viel mehr ein Signal setzen, endlich in die Offensive zu gehen. Die Texte wurden von antifaschistischen Gruppen aus den jeweiligen Städten erstellt und die meisten arbeiten seit einiger Zeit zusammen. Auf die Broschüre soll eine regionale und überregionale Kampagne folgen, die den Nazis auf die Pelle rückt.

Wir verstehen den Tätigkeitsschwerpunkt des Antifaschismus nicht als etwas Abgeschlossenes. Er muss eingebettet sein in eine revolutionäre Theorie und Praxis und dem gesamten System den Kampf ansagen. Dabei dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, dass der Faschismus eine Form kapitalistischer Herrschaft ist, die zur Krisenbewältigung dient. Egal wie sozialdemagogisch sich einzelne Fraktionen geben, schlussendlich treten sie für die Zerschlagung der ArbeiterInnenbewegung durch einen terroristischen und äußerst brutalen Staat ein. Der Klassenwiderspruch wird durch eine angebliche Volksgemeinschaft verschleiert, mit dem Ziel der Mobilmachung für den Krieg nach innen und außen. Neben irrationalen Momenten der faschistischen Ideologie, dient der Faschismus einzelnen Kapitalfraktionen dazu, ihr Interesse mit allen Mitteln durchzusetzen. Deshalb darf sich der Antifaschismus nicht darin erschöpfen, Nazis hinterher zu fahren und nur Gegendemonstrationen zu organisieren. Wenn wir den gesellschaftlichen Rechtsruck aufhalten wollen, dann müssen wir ein inhaltliches und kulturelles Profil entwickeln, welches den Zwänge und Unterdrückungsmechanismen des Kapitalismus etwas entgegensetzt. Unser Antifaschismus muss zugleich feministisch, antirassistisch und klassenkämpferisch sein, sowie eingebunden in eine linke Gegenmacht. In der Vergangenheit wurde für breite Bündnisse viel zu oft auf ein linksradikales Profil verzichtet, um die Bündnispartner nicht zu vergraulen. Dies hat leider zu einer Entpolitisierung antifaschistischer Arbeit geführt. Doch muss uns klar sein, dass im Kampf gegen den Faschismus dieser Staat und seine bürgerlichen Parteien uns schlussendlich nicht zur Seite stehen. In der konkreten Aktion auf der Straße richtet sich das bürgerliche Gewaltmonopol vor allem gegen uns. Wir müssen folglich eigene effektive Selbstschutzorganisationen aufbauen, die uns, unsere FreundInnen und unsere Stadtteile gegen das rechte Gesindel schützen.