Rostock

Wie auch in vielen anderen Städten in Ostdeutschland, treten in Rostock eine Vielzahl von neonazistischen Strukturen auf. Diese sind allerdings nicht erst seit einigen Jahren aktiv, sondern sind schon seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit präsent, wie das Beispiel Lichtenhagen 1992 einwandfrei belegt. Mit dem zunehmendem Rechtsruck in der Gesellschaft seit 2014 sind viele in der Versenkung verschwundene Neonazi Strukturen in Rostock wieder aktiv geworden, sowie komplett neue entstanden. In den vergangenen Jahren kam es auch wieder vermehrt zu Angriffen durch Faschos auf linke Freiräume und Einzelpersonen.

Eine schon etwas länger bekannte Gruppierung in Rostock sind die „Nationalen Sozialisten Rostock“. Diese besteht aus langjährig aktiven Neonazikadern sowie auch einigen neuen Gesichtern. Hervorzuheben ist hierbei David Mallow. Dieser ist mit Anfang 20 zwar ein jüngeres Mitglied von „NSR“, hat dennoch bereits eine lange Vergangenheit als Neonazi. Er ist überregional bekannt als Kämpfer des offiziellen Kampfteams von „Kampf der Nibelungen“ . Von der Gruppe „NSR“ gehen vermehrt kleinere Aktionen unter dem Internetlabel „Aktionsblog“ aus, beispielsweise das sammeln von Müll, um ihren angeblichen „Kiez“ sauber zu halten. Außerdem machen sie ab und an Bannerdrops und Gedenkaktionen.
Ein weiterer Akteur sind die sogenannten Identitären. Rostock nimmt für sie eine Schlüsselrolle in ihrer bundesweiten Vernetzung ein, denn im Herbst 2016 hatten sie in Rostock ihre Bundeszentrale eröffnet, über die der Online Versand läuft und verschiedene Aktionen vorbereitet und koordiniert werden. Ihr Kader ist dabei eher überschaubar.In Rostock sind bisher zwischen 10 und 15 RostockerInnen Teil ihrer Aktionen gewesen. Grundsätzlich ist die Gruppierung hier jedoch eher auf Zurückhaltung und Bürgerlichkeit bedacht, nach außen geben sie sich grundsätzlich gewaltfrei und modern, auch wenn mehrere ihrer Kader eine neonazistische Vergangenheit haben, so z.B. der „Bundesvorsitzende“ Daniel Fiß.

Immer wieder finden in Rostock Demonstrationen der AFD statt. Auf diesen sind auch immer Neonazis und Nazihools anzutreffen. Es ist mehr als offensichtlich, dass dort eine Vernetzung zwischen vermeintlichen „besorgten Bürgern“ und Neonazis stattfindet. So reisen Neonazis zusammen mit AFD Mitgliedern an oder übernehmen Strukturelle Aufgaben. So zum Beispiel auch David Mallow.

Die Antifa-Arbeit in Rostock beschränkt sich aktuell zum größten Teil auf Anti-Nazi Arbeit. Dies liegt vor allem an den diversen rechten Demos und Veranstaltungen. Die linke Szene hat sich im Laufe der letzten Jahre wie auch in vielen anderen Städten enorm gewandelt, konnte sich allerdings in der jüngeren Vergangenheit wieder stabilisieren und junge, motivierte Strukturen aufbauen. Immer wieder tauchen im Internet erfreuliche schreiben aus Rostock auf, so haben Menschen zum Beispiel die Galerie von einem AFD abgeordneten massiv verschönert und so manchem Faschisten ging ein Licht auf, wenn er auf sein Auto schaute.
Es zeigt sich immer wieder, dass Nazis in Rostock kein einfaches Leben haben und das wird auch so bleiben! Als Antifaschist*in in Rostock hat man genügend Feinde, dennoch mindert dies nicht den Kampfgeist der radikalen Linken.

Der Staat und die Bullen versuchen seit Jahren immer wieder die linke Szene zu schwächen. Seien es große Verfahren wegen angeblicher Schlägereien, der Schauprozess gegen unseren Genossen Schubi oder aber ein Verfahren nach Paragraph 129 im Zuge des G20 Gipfels. All diese Repressionen können unsere Ketten nicht brechen, auch Mauern und Stacheldraht halten uns nicht auf. Der Kampf geht weiter…

FREIHEIT FÜR SCHUBI!